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Bekannte Schriftsteller in Tennstedt

Friedrich v. Hardenberg - genannt Novalis
Friedrich v. Hardenberg - genannt Novalis

Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe

NOVALIS

 

Im Jahr 1794 trat Friedrich von Hardenberg nach seinem Studium an der Universität in Jena seine Ausbildung als Verwaltungsfachmann in Tennstedt an und war für zwei Jahre Mitarbeiter der kursächsischen Verwaltung. Am 17. November 1794 unternahm Friedrich von Hardenberg mit seinem Vorgesetzten und väterlichen Freund eine Geschäftsreise von Tennstedt ins unweit gelegene Grüningen.  Im Grüninger Schloß wurden beide vom damaligen Schloßherren Rudolf von Rockenthien empfangen, welcher mit der Witwe des Herzoglich Gothaischen Kammerrats Georg von Kühn verheiratet war. Diese hatte aus der ersten Ehe mehrere Kinder, darunter die erst 13jährige, bildschöne Sophie, welche die „Rose von Grüningen“ genannt wurde. Es war Liebe auf den ersten Blick. Doch aus der erhofften Ehe mit Sophie von Kühn wurde nichts, da diese schwer erkrankte und am 19. März 1796 verstarb. 

In die Geschichte ging Friedrich von Hardenberg jedoch unter dem Namen Novalis als Schriftsteller der Romantik ein. Einen nachhaltigen Einfluss übte Friedrich Schiller während seines Studiums in Jena auf ihn aus. Nach dem Tod seiner Braut Sophie von Kühn fand seine Poesie in dem Werk „Hymnen an die Nacht“ ihren Ausdruck. Novalis verstarb am 25.3.1801. Zahlreiche Gedichte, Kirchenlieder und sein einziger Roman "Heinrich von Ofterdingen" zeugen von seinem intensiven, jedoch sehr kurzem Schaffen. 

 


JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

 

Auch Dichterfürsten haben Rücken. 

Unser berühmtester Badegast weilte vom 24.07. bis zum 10.09.1816 zur Badekur in Tennstedt. Eigentlich wollte Goethe nach dem Tod seiner Frau Christiane zur Kur nach Baden Baden. Doch ein Radbruch an seiner Kutsche in der Nähe von Andisleben bei Erfurt führte den Geheimen Rat 1816 nach Tennstedt. Hier genoss er während seines siebenwöchigen Aufenthaltes "die wohltuende Stille des Badeortes und den Gehalt seiner Quelle". (Zitat aus den Mitteilungen Krug v. Nidda). 

Goethe durchstreifte Tennstedts Gegend und bewunderte das Farbenspiel der Karstquellen, welches Anregungen zur Überarbeitung seiner bereits 1810 veröffentlichten Farbenlehre gaben. Er war auch hier schriftstellerisch tätig. Neben einem Brunnenlied für unsere Schwefelquelle beschäftigte er sich noch einmal mit seinem bereits 1794 veröffentlichten "Reineke Fuchs", einem Epos in 12 Gesängen. 

 

 

 


FRIEDRICH ALBERT FRANZ KRUG VON NIDDA

 

Der ebenfalls als ein Dichter der Romantik bekannt gewordene ehemalige Hauptmann Krug von Nidda weilte zur gleichen Zeit wie Goethe in Tennstedt, wo er sich Besserung seiner erlittenen Leiden im Feldzug gegen Napoleon durch unser heilsames Schwefelwasser erhoffte.

In seiner Biografie ist vermerkt, dass ihn Goethe im Jahr 1816 zum Schreiben ermunterte. Und das erfolgte genau hier in Tenstedt, denn der Romantiker schreibt selbst: "Goethe ward als Brunnengast angesagt! und unverzüglich war mein Plan gemacht, von ihm, dem Hochgefeierten, die Prüfung meiner Fähigkeiten zu erbitten und hiermit die Entscheidung meines Berufs für die mir noch übrige Handvoll Jahre in seine Hände zu legen." 

Krug von Nidda veröffentlichte in zwei Bänden Erzählungen und Romanzen sowie Gedichte und Sprüche. Seine Werke stehen bei Kennern der deutschen Romantik noch heute hoch im Kurs.

 


EUGENIE MARLITT

 

Eugenie Marlitt kam am  5. Dezember 1825 mit dem bürgerlichem Namen Friederike Henriette Christiane Eugenie John in Arnstadt zur Welt. Mit Hilfe eines Stipendiums der Landesfürstin Mathilde von Schwarzburg-Sondershausen erhielt die musisch veranlagte Eugenie eine Ausbildung am Wiener Konservatorium zur Opernsängerin. Die Karriere als Sängerin scheiterte jedoch am Erfolgsdruck und am  Lampenfieber. Als Gesellschafterin lebte sie dann am Hofe der Landesfürstin teilweise auch in München, wo sie den Lyriker Bodenstedt kennenlernte. Dieser ermutigte sie zum Schreiben. Später kehrte sie nach Arnstadt zurück und veröffentlichte ihre ersten Erzählungen in der Familienzeitschrift "Gartenlaube" unter ihrem Künstlernamen Eugenie Marlitt.

 Ihre Popularität stieg von Mal zu Mal und brachte der Zeitschrift höhere Auflagen ein. Ab 1868 war sie wegen einer unheilbaren Gelenkentzündung an den Rollstuhl gebunden. Ob sie davor oder danach Heilung in unserem Schwefelwasser suchte, ist nicht bekannt. Jedoch ist ihr Aufenthalt in Tennstedt unserem Chronisten Hermann Wohlfahrth eine kurze Notiz wert gewesen, die er unter die Rubrik "Berühmte Badegäste" setzte: "Von berühmten Badegästen späterer Jahre nennen wir noch die bekannte Romanschriftstellerin der Gartenlaube, Marlitt."

 Die Bestsellerautorin des 19. Jahrhunderts veröffentlichte viele Werke, u. a. "Das Geheimnis der alten Mamsell", "Amtmanns Magd" oder "Die Frau mit den Karfunkelsteinen". Ihre Werke wurden weltweit verbreitet und in viele Sprachen übersetzt. Auch das Fernsehen entdeckte Eugenie Marlitt für sich und verfilmte einige ihrer Romane.

 

Eugenie Marlitt
Eugenie Marlitt