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viergeschossiger, gotischer Wohnturm mit Nebengelass
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1465 erbaut
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18,50 m Höhe
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Grundriss rechteckig mit geringfügigen Abweichungen
Die Fronveste ist die imposanteste Turmanlage unserer Stadt. Der Turm selbst wurde auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel errichtet und steht südlich der Stadt auf dem Weichberg. Der Erdhügel ist noch teilweise im Aufgang zum Museum sowie westlich des Grundstückes Schulberg Nr. 6 zu erkennen und ist zwischen 1,30 m und 1,50 m hoch. Der Turm wurde ursprünglich als viergeschossiger Wohnturm mit beheizbarer Kemenate gebaut, an der sich Wohn- und Wirtschaftsgebäude anschlossen. Das 1. Obergeschoss hat einen hohen und mit einem Kreuzrippengewölbe versehenen Raum.
An der westlichen Seite des Raumes befand sich der Kamin, dessen Rauchabzugsöffnung von hier bis in die Turmspitze führte. Dies ist an der rußgeschwärzten Wand über der Rauchabzugsöffnung noch sehr gut zu erkennen. Der innere Aufbau des Turmes zeigt, dass die Zugänge alle von der Westseite aus einem angebauten Gebäude erfolgten. Im Osten des Turmes befindet sich der Aborterker. Der Turm selbst schließt mit einer durch Zinnen bewehrten Plattform ab, die durch den aufgesetzten Turmkegel betreten werden kann. Die gesamte Anlage war mit einer Mauer oder einem Wall umschlossen und diente ursprünglich dem Schutz der Salzstraße. Die Salzstraße war ein mittelalterlicher Handelsweg, der im Bereich des Weichbergtores und der Hauptkirche in die Stadt hineinführte. Mit Beginn des Baues der Stadtmauer auf dem Weichberg verlor die Anlage ihre Eigenständigkeit als kleine Lehensburg. Turm und Gebäude wurden als wichtiger Eckpfeiler neben den anderen Stadttürmen in das Verteidigungssystem der Stadt integriert. Drittes und viertes Geschoss des Turmes dienten fortan der Verteidigung der Stadt. Im 3. Obergeschoss war dies jedoch nur eingeschränkt möglich, da Fenster und Schießscharten hier nach Süden und Westen angelegt sind. Erst das vierte Geschoss bildete mit der Ausrichtung der Schießstände in alle 4 Himmelsrichtungen eine optimale Verteidigungsplattform. Am Turm selbst ist nicht erkennbar, wo die von Osten kommende Stadtmauer anschloss. Aufgrund der Anlage des Abortes und der Tür zum ersten Geschoss ist davon auszugehen, dass der Turm vor der Mauer stand. Im Jahr 1758 diente die Fronveste als Gefängnis für einen berühmt-berüchtigten Räuber, der im Volksmund „Schwarzer Fritz“ genannt wurde. 1762 wurde der Turm in einen Gefängnisturm umgebaut. Dies ist gut erkennbar an den beiden zusätzlich eingebauten Gefängniszellen im dritten Obergeschoss. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges behielt die Fronveste noch einige Jahre ihre Funktion als Gefängnisturm. Die letzten Insassen waren Schwarzhändler. Noch heute bietet die Aussichtsplattform des Turmes einen atemberaubenden Ausblick auf das umliegende Thüringer Land.